Next pageCosts Rica

Costa Rica ist „Pura Vida“ - dieses Lebensmotto hören und spüren wir überall, wo wir hinkommen. Diese Floskel wird zur Begrüßung, zur Verabschiedung und auch als Erwiderung auf einen Wunsch/eine Bestellung benutzt. Costa Rica ist das touristischste Land auf unserer Reise. Man könnte es auch als 51. Bundesstaat der USA bezeichnen. Hier haben viele Amerikaner und auch Kanadier ihren Zweitwohnsitz oder ihr Feriendomizil. Der US Dollar ist hier die bevorzugte Währung. In touristischen Gegenden wird die Landeswährung manchmal gar nicht akzeptiert.


Nachdem wir Nicaragua verlassen haben, steht uns mal wieder der Sinn nach Strand. Wir verbringen in paar sehr entspannte Tage im Refugio Nacional de Vida Silvestre an der Bahía Junquillal. Wir stehen mit unserem Camper direkt am Strand. Das erste Mal auf der Reise spannen wir die Hängematte unter Palmen auf und genießen den meist leeren Strand, den Pazifik, tolle Sonnenuntergänge und atemberaubende Sternenhimmel.


Dann steht uns der Sinn nach etwas mehr Bewegung und so fahren wir ins hügelige und grüne Hinterland. Im Parque Nacional Rincon de la Vieja stehen wir inmitten des Urwaldes auf einer Hacienda, wandern, baden in heißen Quellen und versuchen, ein Exemplar des schönen Monarchschmetterling zu fotografieren.


An den geschützten Stränden Costa Ricas kommen teilweise seltene und vom Aussterben bedrohte Schildkröten an Land, um ihre Eier abzulegen. In Playa Grande im Parque Nacional Las Baulas haben wir das große Glück, einer ca. 1,60m großen Leatherback Schildkröte bei der Ablage der 50 ca. Tennisball-großen Eiern zuzuschauen. Dafür warten wir auch mal 5 Stunden bis nach Mitternacht in der Ranger-Station. Die ca. 60cm kleinen Olive Ridley Schildkröten, die wir am nächsten Tag abends am Playa Ostional besuchen, sind dagegen in Unmengen anwesend und wir müssen aufpassen, dass wir auf keine drauf treten.


Nächstes Ziel ist die Laguna de Arenal, an deren südlichem Ende der noch aktive Vulkan Arenal aufragt. Auf dem Weg dorthin müssen wir (an einem Advents-Sonntag) einen Hinterreifen flicken lassen und erleben die Hilfsbereitschaft der Ticos, wie die Landsleute genannt werden. Im Bergland ist das Wetter gerade feucht und wechselhaft, so dass wir zunächst nicht viel von der Pracht sehen. Wir finden Unterschlupf bei „Bratwurst-Manfred“, wieder mal so einer verkrachten Existenz, die in der Fremde versucht hat, ein neues Leben aufzubauen. Diesem Exil-Deutschen ist das nicht so richtig gut gelungen. Aber macht gute deutsche Bratwürste, von denen wir einige verzehren. Wir erkunden mit dem Amerikaner Tim, einem seiner Gäste die Gegend und besichtigen ein großes Grundstück mit tollem Blick auf den See, dass er sich kürzlich gekauft hat.


Wir fahren weiter in das sehr touristische Örtchen La Fortuna am Fuße des Vulkans Arenal. Wegen des schlechten Wetters und dem immer noch nicht ausgeheilten Bänderriss von Carina besteigen wir ihn nicht.

Wir lernen die beiden Kanadierinnen Deany und ihre Tante Shelly kennen, mit denen wir uns ausgiebig unterhalten und später bei strömendem Regen einen nahegelegenen Wasserfall besichtigen. Da das Wetter auch am nächsten Tag nicht besser wird, lädt uns Deany ein, mit ihnen in ihr Ferienhaus am Playa Bejuco, weiter südlich am Pazifik, zu fahren. Dort verbringen wir einen schönen Abend.


Am nächsten Tag fahren wir weiter zum Playa Samara, um uns dort mit Rejean und Nathalie und deren Töchter zu treffen. Die Wiedersehensfreude ist groß und auch Val und Jeff sind dort. Wir haben einen großartigen Stellplatz auf einem Camping direkt am Strand. Die nächsten 10 Tage sind wie ein Traum. Die Sonne scheint ununterbrochen und es ist angenehm warm. Wir schwatzen, gehen schwimmen und surfen, machen Lagerfeuer, trinken, rauchen, backen Plätzchen mit den Kindern bei 35 Grad im Schatten, bekochen uns gegenseitig, feiern Weihnachten und Geburtstag, singen, tanzen, reiten am Strand aus, spielen Boule und Billard, während dessen sich unsere kleine Reisefamilie um Karen und Pete aus Kanada und um Katharina und Axel, die mit Motorrädern auf Weltreise sind, erweitert. PURA VIDA!

Aber alles hat einmal ein Ende und wir fahren weiter nach Süden, da wir uns umgehend um die Verschiffung unseres Pickups kümmern müssen.


Nach einer etwas skurrilen, bereits um 23 Uhr endenden Silvesterparty mit Deany in deren Gated Community verbringen wir noch einige entspannte Tage am Playa Dominical. Nachdem sich dort geklärt hat, dass eine Verschiffung von Costa Rica nach Kolumbien für uns nicht möglich ist, fahren wir weiter nach Panama mit dem Ziel Panama City.


Unsere Erkenntnisse in Costa Rica:

  • Pura Vida – die Menschen sind entspannt, aber geschäftstüchtig; wenn sie Touristen sehen, stehen ihnen die Dollarzeichen in den Augen

  • die Lebenshaltung ist hier, verglichen mit den anderen unserer Reiseländer, teuer

  • Costa Rica hat sehr viele schöne Nationalparks; der Schutz von Flora und Fauna wir sehr ernst genommen – es ist ja auch der touristische Schatz des Landes

  • dafür sind die Straßen sehr schmal und in schlechtem Zustand

  • wir entscheiden, unsere Reise, die eigentlich nur bis Oktober 2010 dauern sollte, zu verlängern. Nur so haben wir die Chance, jahreszeitgemäß Patagonien zu bereisen und Ushuaia auf Feuerland als südlichsten Punkt unserer Reise zu erreichen. Wir freuen uns schon auf ein ganzes Jahr frei sein!


Strecke:

Cuajiniquil → Refugio Nacional de Vida Silvestre/Bahía Junquillal → Parque Nacional Rincon de la Vieja → Playa Grande → Playa Ostional – Laguna de Arenal/La Fortuna → Playa Samara → Playa Bejuco → Playa Dominical


Zeitraum: 05.12.2009 - 05.01.2010