Next pagePanama

Zu Panama fällt einem zunächst nur der Panama-Hut oder der Panama Kanal ein. Der Panama-Hut stammt gar nicht aus Panama, hat seinen Namen aber wegen des Panama-Kanals. Er wird eigentlich in Ecuador hergestellt. Da er aber von dort auf Schiffe auf dem Panama-Kanal verladen wurde, ums seinen Vertriebsweg in die Welt anzutreten, heißt er nun mal Panama-Hut. Viel mehr Attraktionen als den Panama-Kanal, die man nicht auch schon vorher zur genüge gesehen hat, gibt es aber in Panama nicht.


Daher ist Panama für uns eher ein Transitland, von dem aus wir unseren Pickup Richtung Südamerika verschiffen wollen. Nachdem wir schon bei der Reisevorbereitung gelernt haben, dass es zwar eine Landverbindung, aber keine Verkehrsverbindung zwischen den Kontinenten gibt, bleibt für ein Auto nur der Seeweg. Leider gibt es auch für diese Transportweg keine Standardverbindung. D.h., jeder Reisende muss seine Verschiffung mittels eines von ihm zu beauftragenden Shipping Agents selber regeln.

Diese Aufgabe nimmt die größte Zeit unseres Aufenthaltes in Panama City in Anspruch.


Zunächst verbringen wir jedoch noch 2 schöne Tage am Playa Las Lajas im Norden Panamas. Die El Mundo Bar wird von zwei Deutschen geführt und in dieser Gegend haben sich generell viele Deutsche niedergelassen.


Als wir Panama City erreichen, staunen wir erst mal nicht schlecht über die doch beeindruckende Skyline. Alle großen Handelsunternehmen weltweit haben hier eine Dependence.

Wir campieren mit anderen Reisenden bis zur Verschiffung auf der Straße vor dem Balboa Yacht Club, die zum Glück wenig befahren ist. Die Polizei toleriert das und fährt sogar ab und zu vorbei, was uns ein Gefühl von Sicherheit gibt. Von hier aus erledigen wir den notwendigen und in unserem Fall sehr langwierigen Behördenkram mit Polizei und Zoll, sowie unserem Shipping Agent Evelyn Batista.


Zwischendrin erkunden wir die Altstadt von Panama City, die nur teilweise restauriert wurde. Viele Häuser bestehen nur noch aus deren Fassaden. An die Altstadt grenzen Gegenden, die als soziale Brennpunkte bezeichnet werden können. Vor deren Betreten warnt uns die Polizei ausdrücklich und schickt uns zurück in die Richtung, aus der wir gekommen sind. Von diesen Brennpunkten gibt es in Panama City anscheinend eine Menge. Einer davon grenzt direkt an die Polizeistation, die wir mehrfach aufsuchen, um unsere Erlaubnis für die Ausfuhr des Pickup zu erhalten. Ein Polizist hält uns auch hier von unserem geplanten Weg zur Mittagsverpflegung ab und eskortiert uns zu einem Imbiss und zurück. Auf der Straße stehen Polizisten mit Maschinengewehren und kugelsicheren Westen. Es ist schon sehr ungemütlich. Freunde erleben am nächsten Tag dort hautnah eine Schießerei mit.

Das Ganze macht uns Panama City nicht wirklich sympathisch.


Einziges Highlight ist und bleibt die Besichtigung der Miraflores-Schleuse nahe der Stadt. Es ist schon beeindruckend, die riesigen Pötte zu sehen, die auf die Schleuse zu gleiten, um dann von den wie Spielzeugeisenbahnen aussehenden Lokomotiven rechts und links an riesigen Tauen in die Schleuse manövriert zu werden.

Um die Wartezeit bis zur Verschiffung zu verbringen, unternehmen wir einen weiteren Ausflug, der uns in den Parque Nacional Soberanía führt. Hier soll man gut Vögel beobachten können, was uns hier und da auch gelingt. Insgesamt ist es aber nicht sonderlich beeindruckend.


Schließlich fahren wir unseren Pickup nach Colon auf der Karibikseite Panamas , von wo er verschifft wird. Die Zollformalitäten schließen eine Durchsuchung des Campers durch einen Drogensuchhund ein. Wir wundern uns etwas, da wir eigentlich denken, dass die Drogen ja eher aus Kolumbien nach Panama kommen, als umgekehrt...

Schließlich fahren wir den Pickup auf eine Containerplattform, wo er verzurrt wird, um dann ganz oben auf ein Container-Schiff verladen zu werden. Hoffentlich kommt er gut in Cartagena an.


Wir verbringen die letzte Nacht im Hostel und sind froh, als wir Panama am nächsten Morgen per Flugzeug Richtung Kolumbien/Cartagena verlassen können.


Unsere Erkenntnisse in Panama:

  • Panama ist das gefährlichste Land auf unserer Reise, zumindest Panama City

  • Panama wirbt aktiv um Einwanderer. Allerdings muss man Kapital nachweisen und auch bereit sein, es im Land zu investieren.


Strecke:

Playa Las Lajas → Panama City


Zeitraum: 05.01.2010 - 13.01.2010