Next pageMexiko

Mexiko ist nach dem wohlbekannten Terrain der USA das erste wirkliche Abenteuer auf unserer Reise. Und auch die erste sprachliche Herausforderung, denn trotz der Nähe zu den USA spricht die überwiegende Mehrheit der Mexikaner kein Englisch. Wir versuchen todesmutig, unsere noch in Deutschland bei einer Privatlehrerin erworbenen theoretischen Grundkenntnisse in Spanisch anzuwenden – zunächst mit mittlerem Erfolg. Ein Wörterbuch, sowie Hände und Füße mussten ebenfalls herhalten. Aber die Menschen freuen sich, das wir es wenigstens versuchen.

Wir „betreten“ Mexiko am Grenzübergang Nogales in Mitten des Landes, um so die unsicheren, weiter westlich gelegenen Grenzgebiete zu umfahren, wo zu dieser Zeit oft Drogenbanden für Unruhe sorgten.

Wir fahren zunächst durch sehr dünn besiedelte, nicht besonders einladende Gegenden. Erst die Sierra Madre Occidental brachte landschaftlich das erste Highlight. Campingplätze gibt es hier nicht, daher helfen uns zum Finden von sicheren Übernachtungsplätzen, jetzt und auch in Zukunft, die GPS Koordinaten von anderen Reisenden. Auf einem dieser Plätze machen wir Bekanntschaft mit jugendlichen Mennoniten, einer Glaubensgemeinschaft, deren Ursprünge in Norddeutschland liegen. Selbst die Nachkommen der Auswanderer (Ende 17. Jhd.) lernen noch deutsch und pflegen die deutsche Kultur (von damals...) - eine spannende Begegnung.

Wie von Reisefreunden empfohlen, fahren wir mit dem Pickup in den sagenhaften Barranca del Cobre (Copper Canyon). Dies stellt sich als sehr waghalsiges Unterfangen heraus, das wir keinem zur Nachahmung empfehlen.

Erstes urbanes Highlight ist Zacatecas, wo wir erstmals beeindruckende koloniale Architektur bewundern sowie ins mexikanische Leben eintauchen können. Dazu gehört auch der Besuch eines Stierkampfes. Sicherlich ein umstrittenes, wenn auch faszinierendes Spektakel. Am Unabhängigkeitstag, dem 16.9., können wir miterleben, wie die Mexikaner aufmarschieren und feiern können.

Das Mexiko nicht nur das Heimstatt der Maya, sondern auch anderer antiker Kulturen war, lernen wir in Teotihuacan, einer riesigen Tempelanlage, deren Ausmaße man kaum erfassen kann.


Die Megastadt Mexico City ist faszinierend. Auf dem Zocalo, mit 200 m Länge einer der größten Plätze der Welt, erleben wir das tägliche Einholen der monströsen mexikanischen Flagge durch die Garde. Auch von oben sind die Ausmaße dieser Stadt unüberschaubar. Den allseits beschriebenen Gefahren können wir trotz U-Bahn- und Busfahrt oder Laufen durch die abendliche Stadt mit Umsicht begegnen. Der Besuch des anthropologische Museums ist ein Muss; dessen Schätze faszinierend und an einem Tag nur ansatzweise zu erkunden.


Oaxaca ist dagegen eine eher beschauliche Stadt mit interessanten kirchlichen Bauten und Ausstellungen. Von hier aus ist auch die Ausgrabungsstätte Monte Alban, das religiöse Zentrum der Zapoteken, gut zu besichtigen. Auf dem örtlichen Camping lernen wir Nathalie und Rejean mit ihren zwei Töchtern aus Kanada kennen. Unsere Wege sollen sich bis Costa Rica noch öfter zufällig und auch geplant kreuzen. Es ist eine der vielen schönen Reise-Bekanntschaften mit Gleichgesinnten aus verschiedensten Ländern, die unsere Reise so wertvoll machten.


Weiter gehts nach San Cristobal de Las Casas, der Hauptstadt der Region Chiapas, die noch überwiegend von Indigenas (hier Nachfahren der Mayas) bewohnt wird.


Ein absolutes Highlight ist der Besuch von Palenque, einer alten Mayastadt. Die Tempel sind hervorragend restauriert und das Gesamtensemble der Ausgrabungen bieten einen hervorragenden Eindruck der damaligen Baukunst und Lebensweise. Das subtropische Klima fordert hier aber vom Besucher seinen Tribut – am besten Handtuch mitnehmen.


Yucatan bietet uns noch eine weitere große Auswahl an historischen Maya-Stätten. Uxmal, Coba, Chichen Itza und Tulum schauen wir uns begeistert an. In Paa Mul, in der Nähe von Playa del Carmen, haben wir am Strand lassen wir eine Woche lang die Seele baumeln und erkunden die Unterwasserwelt. Grund dafür sind u.a. die fürsorglichen Reisefreunde Joe und Marylin aus den USA sowie unser kaputter Kühlschrank, dessen Reparatur sich fast eine Woche hinzieht.


Nach 7 spannenden Wochen verlassen wir Mexiko Richtung Belize.


Unsere Erkenntnisse in Mexiko:

  • Mexiko ist viel größer und hat viel mehr zu bieten, als wir uns zunächst mit unseren geplanten 4 Wochen Aufenthalt vorgestellt hatten.

  • Mexikaner können mit Stadtplänen/Landkarten nichts anfangen. Besser man sagt einfach, wo man hin will und wenn man Glück hat, bekommt man sogar eine Eskorte ans Ziel.

  • Man kann vielen potenziellen Gefahren begegnen bzw. diese präventiv vermeiden, auch ohne Waffe, die amerikanische Freunde uns empfohlen hatten.

  • Die größte Gefahr in Mexiko waren die Polizisten – viele Kontrollen, dabei eine, die uns 200 USD Strafe gekostet hat.

  • Spanisch sprechen und die Antwort verstehen sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.

  • Neben den Maya gibt es noch weitere antike Kulturen und beeindruckende Überreste deren Kultur zu besichtigen.

  • Fahren auf den nur begrenzt vorhandenen Autobahnen kostet viel Geld (Maut)

  • Es gibt interessante Formen der Wegelagerei – z.B. eine von Jugendlichen über die Fahrbahn gespannte Schnur und die Aufforderung für die Jungfrau Maria zu spenden.

  • Mexikaner sind Raser, daher helfen als Einziges die Topes – Fahrbahnschwellen – von denen es in Ortschaften Unzählige gibt. Eine pro Tag übersieht man garantiert!

  • Es gibt noch andere kulinarische Spezialitäten als die, die wir aus Deutschland kennen: z.B. Pollo con Mole (Huhn in Schokoladensauce), Ceviche (marinierter roher Fisch/Seafood) oder Horchata (Reismilch)

  • Eine geplante lange Reise kann schnell enden, wie wir am Beispiel von Calvin und Lianne aus Kanada sahen, die sich mit ihrem Greyhound-Bus auf Tour begaben und in Oaxaca auf einem Campingplatz ihre neue Heimat fanden.

  • unzählige streunende Hunde wollen dein Freund werden

  • Mexikaner sind Junkfood-Fanatiker (Mac Donalds ist schick) – viele unförmige Menschen und Frauen, die ihren Kleinsten bereits Coca Cola zu trinken geben


Strecke:

Nogales → Sierra Madre Occidental → Zacatecas → Guanajuato → Dolores Hidalgo → San Miguel de Allende → Teotihuacan → Mexico City → Oaxaca → Monte Alban → Sumidero Canyon → San Cristobal de las Casa → Augua Azul → Palenque → Campeche -> Uxmal → Chichen Itza → Coba → Paa Mul → Tulum → Bacalar → Chetumal


Zeitraum: 4.9.-20.10.2009